
Trennungsschmerz verarbeiten: Warum das Ende einer Beziehung sich wie Trauer anfühlt
„Ich verstehe mich selbst nicht mehr“, sagt Lena leise in der Praxis und dreht ihren Ehering, den sie seit der Trennung nicht mehr trägt, zwischen den Fingern. „Morgens bin ich wütend auf ihn, mittags weine ich, weil ich ihn vermisse, und abends rede ich mir ein, dass alles gut wird. Bin ich verrückt?“ Nein, das ist sie nicht. Was Lena beschreibt, ist ein fast lehrbuchhaftes Beispiel dafür, wie sich Trennungsschmerz anfühlt – ein emotionales Auf und Ab, das in vielem der klassischen Trauer nach einem Todesfall gleicht. Wer trennungsschmerz verarbeiten will, tut gut daran, genau das zuzulassen: dass hier tatsächlich getrauert wird, auch wenn niemand gestorben ist. Warum eine Trennung wie ein Verlust wirkt Aus Sicht der Bindungstheorie, wie sie der britische Psychiater John Bowlby in den 1960er- und 1970er-Jahren entwickelt hat, sind enge Beziehungen keine bloße Gewohnheit, sondern ein biologisch verankertes Sicherheitssystem. Ein Partner oder eine Partnerin wird zur
